Abschiebungen nach Afghanistan und auch noch aus dem Unterricht – das muss ein Ende haben!

Keine Abschiebungen aus dem laufenden Schulunterricht – Schule muss ein unbelasteter und geschützter Ort des Lernens bleiben. Auch fordere ich zusammen mit der Grünen Fraktion einen sofortiger Abschiebestopp nach Afghanistan. Am 3. Dezember 2019 fand erneut eine Sammelabschiebung nach Afghanistan statt. Die wir von den Landtags-Grünen sind entrüstet über den Abschiebeversuch eines 22-jährigen Pflegeschülers direkt aus dem laufenden Schulunterricht, weil eine „einjährige schulische Pflegehelferausbildung keine qualifizierte Berufsausbildung ist und damit nicht unter die 3+2-Regelung fällt.“ (Anfrage hier). „Das Vorgehen der Ausländerbehörde ist erschreckend und unbarmherzig. Junge Menschen werden vor den Augen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler ihrer Zukunfts- und Lebenschancen beraubt. Das schürt Angst unter den Geflüchteten und ist ein fatales Signal für unsere Integrationsbemühungen“, erklärt mein grüner Kollege und Sprecher für berufliche Bildung, Max Deisenhofer. Er fordert, keine Menschen abzuschieben, die sich in Ausbildung befinden: „Das Recht des Kindes auf Bildung muss Vorrang vor Rückführungen haben. Die Schule muss ein unbelasteter und geschützter Ort des Lernens bleiben.“ Als asylpolitische Sprecherin, fordere ich einen alle Flüchtlinge umfassenden, sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan. Die dortige sicherheitspolitische Lage lässt gar keinen anderen Schluss zu. Die Zahl der dort verwundeten und getöteten Zivilistinnen und Zivilisten hat laut Angaben der Vereinten Nationen mit fast 1200 Getöteten allein zwischen Juli und September 2019 wieder einen neuen erschütternden Höchststand erreicht. Derzeit kontrollieren die Taliban mehr Gebiete als zu Beginn des Krieges vor nunmehr 18 Jahren. Seit Dezember 2016 haben Bund und Länder 756 Afghanen in 29 aufwändigen Flügen – darunter waren oft auch Geduldete in Ausbildung oder Arbeit und gut integrierte Menschen sowie mitunter physisch und psychisch Erkrankte – in das kriegs- und krisengeplagte Land geschickt – „und damit in Unsicherheit und Perspektivlosigkeit.“

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Comments 1

  1. Abschiebungen nach Afghanistan sind inhuman und an Grausamkeit nicht zu überbieten. Wer einmal die Verzweiflung und die furchtbare Angst direkt mit erlebt hat, der vergisst es niemals wieder. Die Abschiebungen nach Afghanistan müssen umgehend eingestellt werden.

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