Besorgniserregende Bedingungen in den Unterkünften!

Die Ergebnisse der Befragung der Ehrenamtlichen Helfer*innen in den Gemeinschaftsunterkünften von unserVETO besorgniserregend. Sie weisen darauf hin, dass angekündigten Verbesserungen durch das Innenministerium auf dem Weg in die Unterkünfte vielerorts verpufft sind. Die Regierung verpflichtet, flächendeckend die Missstände endlich zu beheben und ihrem Schutzauftrag nachzukommen. Gerade die großen Lücken im Infektionsschutz gehören umgehend beseitigt. Zettel am Schwarzen Brett ersetzen keine mehrsprachige persönliche Aufklärung. Die Angaben aus der Befragung müssen vom Ministerium ernst genommen werden. Die ehrenamtlichen Helfer*innen sind während der Pandemie vielerorts die einzigen Zeugen für die Bedingungen vor Ort. Die Geflüchteten trauen sich oft nicht, durch ihr Abhängigkeitsverhältnis, auf die Missstände aufmerksam zu machen.

UnserVeto Pressemitteilung des Landesvorstandes vom 04.03.2021

70% der Geflüchteten in staatlichen und kommunalen Unterkünften ohne Traumabehandlung – Befragung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit mit beachtenswerten Ergebnissen!

Eine ausführliche Januar-Umfrage von unserVETO unter ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen in Bayern zeigte deutlich, dass in den Flüchtlingsunterkünften weiterhin erhebliche Missstände herrschen, die durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen haben. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist mehr denn je unverzichtbar!

Fast Dreiviertel aller schutzbedürftigen Flüchtlinge wird nicht besonders betreut, Beratungs- und Unterstützungsstellen für Gewaltenschutz sind kaum bekannt.

Jeder vierte Befragte stellte fest, dass es keine Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den von ihnen betreuten Unterkünften gibt. Sie fordern eine Entzerrung der Belegung, Erhöhung der Hygienemaßnahmen und eine bessere Information der Bewohner.

In mehr als der Hälfte der Fälle, in denen schulpflichtige Kinder und Jugendlichen wohnen fehlt die Möglichkeit, am online-Unterricht teilzunehmen. Neben fehlendem WLAN und den entsprechenden Endgeräten gibt es keine Räumlichkeiten zum ruhigen Lernen.

Der größte Veränderungswunsch unter den Flüchtlingen bzgl. der Unterkünfte ist das Bedürfnis nach Privatsphäre. Keinen Rückzugsort für sich und die Familie zu haben, fehlende Räume zum ruhigen Lernen, keine Spielzimmer für Kinder – das ist eine große Belastung für die dort lebenden Menschen.

Diese Situation wird dadurch verschärft, dass eine große Anzahl vulnerabler Personen in den Unterkünften lebt: Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, Personen mit psychischen Erkrankungen, die Folter, Vergewaltigungen oder sonstige Formen psychischer, physischer oder sexualisierter Gewalt erfahren haben. Für diesen besonders schutzbedürftigen Personenkreis gibt es selten angemessene Unterstützungsangebote. Ketten-Quarantänen, in die ganze Unterkünfte oder Stockwerke aufgrund einer COVID19-Erkrankung gestellt werden, verschlechterten die Lebensbedingungen erheblich.

Seit der Pandemie ist der Zugang zu Behörden, staatlichen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden nur noch telefonisch oder online möglich; die Hilfestellung durch Ämter ist zurzeit nicht gegeben. Dieses fordert die Ehrenamtlichen in besonderem Maße, da es einen hohen Unterstützungsbedarf beim Ausfüllen von Formularen gibt. Durch schlechte Internetanbindungen und fehlende Endgeräte wird die dafür notwendige Kommunikation über digitale Medien extrem erschwert.

(….)

Hier geht es direkt zur Erhebung:

https://unserveto-bayern.de/documents/Praesentationen/Auswertung_Umfrage_Jan_2021.pdf

Die ehrenamtlichen Helfer*innen von unserVeto haben die Studie selbstständig durchgeführt. Es wäre Aufgabe der Staatsregierung, selber die Bedingungen vor Ort zu kontrollieren.

Zusammen mit der Grünen Fraktion forder ich seid Beginn der Pandemie den Infektionschutz in den Unterkünften zu verbessern, die W-Lan Ausstattung zu erhöhen, den Zugang zur Schulbildung zu gewähren.

  • Forderung mehr Infektionsschutz
  • Forderung W-Lan Ausstattung
  • Forderung Bildungszugang

Die angesprochenen Defizite beim Gewaltschutz müssen behoben werden.

  • Hier mehr Infos zu meinen Forderungen zum Gewaltschutz

Ich habe selber alle ANKER-Einrichtungen in Bayern besucht.

  • Hier meine Eindrucke und Forderungen

 

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