Breite Allianz für mehr Hilfe im Kampf gegen FGM-C

Auch im Freistaat werden Mädchen und junge Frauen Opfer von FGM-C. In einem Fachgespräch habe ich mit Staatsministerin Carolina Trautner und weiteren Gästen über Gegenmaßnahmen diskutiert. Hier die kurze Zusammenfassung:

Weibliche Genitalverstümmelung – auch FGM-C genannt (Female Genital Mutilation-Cutting) – ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, von der auch in Bayern immer wieder Mädchen und junge Frauen betroffen sind. So waren laut der jährlichen Dunkelzifferstatistik von Terre des Femmes Anfang 2020 im Freistaat 4360 Frauen ab 18 Jahren Opfer von Genitalverstümmelung, 767 Mädchen unter 18 Jahren galten als gefährdet.

Meiner Meinung nach besteht in Bayern noch erheblicher Handlungsbedarf. Zusammen mit meinen Grünen Kolleginnen, Eva Lettenbauer, MdL, und Christina Haubrich, MdL,  hatte ich Staatsministerin Carolina Trautner (CSU, MdL), Dr. Beate Merk (CSU, MdL), Julika Sandt (FDP, MdL), die Gynäkologin und FGM-C-Expertin Dr. med. Eiman Tahir, sowie die Aktivistinnen Fadumo Korn und Klara Paal von  Donna Mobile AKA e.V., Sabine Wieninger und Sara Keller (beide Fachstelle Wüstenrose/Imma e.V.) zu einem Online-Fachgespräch über mögliche Gegenmaßnahmen eingeladen.

 „Der Kampf gegen FGM-C in Bayern: Aufwind für mehr Hilfe“

war für uns alle am 19. Mai 2021 leitend. Es ging um den aktuellen Stand des neuen bayerischen Pilotprojekts und den daraus resultierenden weiteren Handlungsbedarf.

Zum Hintergrund: Durch die Initiative von mir und meinen Kolleg*innen hat der Bayerische Landtag über alle demokratischen Fraktionen hinweg den Handlungsbedarf erkannt und das Thema FGM-C auf die bayerische politische Agenda gesetzt. Im Rahmen einer Projektförderung durch das Sozialministerium soll für FGM-C-Betroffene eine bessere Unterstützungsstruktur in Bayern geschaffen werden.

Um den Schutz vor dieser in vielen Familien immer noch tief verankerten traditionellen Praktik zu erhöhen, müssen sich Prävention und medizinische und psycho-soziale Hilfe für die bereits betroffenen Frauen und Mädchen besser vernetzen. Außerdem reicht aus meiner Sicht der Straftatbestand bei Genitalverstümmelung ganz offensichtlich nicht aus, um den Teufelskreis der Weitergabe von einer Generation an die nächste zu durchbrechen. Meine Kollegin, Eva Lettenbauer, frauenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, meint auch: „Die ansteigende Anzahl von Betroffenen in Bayern können wir nicht akzeptieren. Keinem Mädchen und keiner Frau darf hier in Bayern dieses Leid angetan werden.“

Doch nicht nur die Opfer von Genitalverstümmelung, auch die behandelnden Ärzte brauchen mehr Unterstützung. So berichtete Dr. med. Eiman Tahir, Gynäkologin und Expertin für FGM-C, in dem Fachgespräch von Abrechnungsproblemen nach den meist sehr komplexen Behandlungen Betroffener. „Die wenigen Spezialistinnen auf diesem Gebiet wie Frau Dr. Tahir brauchen mehr Unterstützung und eine angemessene Vergütung“, resümiert meine Kollegin Christina Haubrich als gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen. „Wichtig ist auch, dass Hebammen, Ärzt*innen und Psycholog*innen mit dem Thema vertraut gemacht werden und wissen, wie sie betroffene Patientinnen unterstützen und behandeln können.“

Das komplette Webinar kann hier auf dem Youtube-Kanal der Landtags-Grünen angeschaut werden.

An der Dokumentation des Gesprächs wird noch gearbeitet.

 

 

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