Situation der Alleinerziehenden

Bei einem Besuch im Verkehrsmuseum in München bekommen “ein Elternteil plus Kind” keinen Familientarif. Dies ist nur ein kleines Beispiel, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Alleinerziehende als Familienform nicht mitdenken. Dabei sind gerade alleinerziehende Eltern und ihre Kinder sind besonders stark von Armut bedroht. Ein Drittel der Alleinerziehendenhaushalte war im Jahr 2016 von Armut gefährdet. Bei ihnen war der Anteil nur halb so hoch, wie aus einer neuen Untersuchung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Laut der Untersuchung haben zwei Drittel der Alleinerziehendenhaushalte nicht genug Geld, um unerwartete Ausgaben von 1000 Euro zu decken. In der restlichen Bevölkerung ist der Anteil mit 30 Prozent deutlich niedriger. Zudem waren im vergangenen Jahr ein Viertel der alleinerziehenden Mütter arbeitslos – obwohl 55 Prozent von den Frauen ohne Job gerne arbeiten würden. Auch bei diesem Punkt stehen Alleinerziehende im Vergleich zu anderen Familien deutlich schlechter da: 29 Prozent der Mütter in Partnerschaft hatten den unerfüllten Wunsch zu arbeiten. Trotzdem bedeutet alleinerziehend nicht gleich sozial-randständig. Nicht jede alleinerziehende Frau oder Mann ist automatisch arm. Es geht darum, das höhere Risiko, dass durch die wenigen Betreuungsplätze, die hohen Mieten und großen finanziellen Belastungen entsteht, abzubauen.

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